Spielbericht – Nienstädt Niners A vs. TS Rusbend Racoons A | Ergebnis: 10:2 (31:12 Legs)
Vorab: Kapitänswechsel mit Stil
Eigentlich hätte man sagen können: schwieriger Abend ohne Kapitän Til. Aber erstens ist ein ehrenamtlicher Einsatz für die Jugendarbeit eine Preisverleihung wert – Respekt, Til, wirklich! – und zweitens hatte Dimi die Sache vollständig im Griff. Mannschaftsführer auf Zeit, und das auf Anhieb: Aufstellung sortiert, Doppel-Paarungen stimmig, und eine Ruhe, die sich aufs gesamte Team übertragen hat. Madhouse, eins A eingerichtet.
Für Til rückten Luca und Max aus den anderen Niners-Mannschaften nach – beide kein Lückenbüßer, sondern im Training wie in der Saisonbilanz richtig stark. Die Startvoraussetzungen: Niners auf Platz 1, Rusbend auf Platz 5. Favorit hin oder her, unterschätzen wollte das niemand.
1. Block – 4 Einzel (Best of 5 Legs, 501)
Den Auftakt machte Stephan gegen Daniel Goldkamp – und der Gegner zeigte direkt, dass er nicht zum Spaß da war: eine 180 landete auf dem Board. Trotzdem ließ Stephan sich nicht aus der Ruhe bringen und holte sich das Spiel mit 3:2. Knapp, aber verdient. Danach ließ Dimi gegen Lars Wehrmann keine Fragen offen – 3:0, souverän und klar, gekrönt von einem 171er Highscore, der die Halle kurz innehalten ließ. Frisch eingesprungen zeigte Max-Fabian Fischer ebenfalls keine Anlaufzeit: 3:0 gegen Malte Harting, als hätte er seit Jahren nichts anderes gemacht. Florian Sonntag beschloss den ersten Block mit einem glatten 3:0 gegen Philipp Hoffmann. Erster Block: 4:0 für die Niners.
2. Block – 2 Doppel (Best of 5 Legs, 501)
Stephan und Dimi harmonierten im Doppel wie ein eingespieltes Duo – und wie. Die beiden schossen die Racoons mit einem 15-Darter vom Board, bevor Kai und Lars Wehrmann so richtig in die Partie fanden. Stephan obendrauf noch mit einem Highfinish, das die Rusbender Jungs vermutlich noch im Bus nach Hause beschäftigt hat. 3:0, fertig. Max-Fabian und Florian mussten gegen Philipp Stahlhut und Philipp Hoffmann länger kämpfen, holten sich das Doppel aber mit 3:2 – Flo mittendrin mit einer satten 180, die den Gegner nicht unbedingt mutiger gemacht haben dürfte. Zur Halbzeit stand es 6:0.
3. Block – 4 Einzel (Best of 5 Legs, 501)
Hier kam etwas Bewegung rein. Stephan kassierte gegen Lars Wehrmann die erste Niners-Niederlage des Abends: 1:3. Lars hat sich das redlich erarbeitet – Hut ab. Direkt danach aber Dimi wieder wie aus einem Guss: 3:1 gegen Malte Harting. Luca Steuer lief gegen Philipp Hoffmann leider in ein glattes 0:3 – passiert, und Luca wird’s mit ins Training nehmen. Florian machte den vierten Strich des Blocks wieder trocken: 3:0 gegen Philipp Stahlhut, mit einem Highfinish als Sahnehäubchen. Dritter Block: 3:1 für die Niners.
4. Block – 2 Doppel (Best of 5 Legs, 501)
Stephan und Dimi ließen auch im zweiten gemeinsamen Doppel nichts anbrennen – 3:0 gegen Philipp Stahlhut und Daniel Goldkamp, klar und effizient. Den krönenden Abschluss machten Luca und Florian: 3:1 gegen Kai Wehrmann und Malte Harting. Für Luca eine gute Antwort auf den schwierigen dritten Block – gut so.
Abseits des Boards: Niners-Abend in Reinform
Und dann war da noch alles drumherum – und das war mindestens genauso gut wie das Ergebnis auf dem Board. Das Madhouse war voll, die Stimmung war laut, und draußen war die berühmte „Außentribüne“ wieder im Einsatz. Zugegeben: ein Stehplatz am Fenster, mehr gibt’s derzeit nicht. Aber was dort an Atmosphäre entstand – Pfiffe, Anfeuerungen, mitfiebernde Gesichter hinter der Scheibe – das muss sich vor keiner Großveranstaltung verstecken.
Sven stand wieder am Grill und hat die Halbzeitverpflegung geschmissen, Tino hat für Ordnung gesorgt, und auf dem Vereinsgelände haben die Jüngsten mit Ballspielen für ihre ganz eigene Halbzeitshow gesorgt. Das ist das Niners-Gefühl: eine Familie, eine Gemeinschaft – und man merkt, dass das gewachsen ist und nicht organisiert werden muss.
Auch Florian, der das leckere Fleisch organisiert hat, Dimi der 50 Brötchen gekauft hat und alles vorbereitet hat, Stephan, der seine frisch gewaschene Jacke am Grill versaut hat, haben zu diesem tollem Abend beigetragen. Die Niners bieten neben Darts auch kulinarische Höchstleistungen (hier spielt ein wenig die subjektive Meinung des Autors ein)!
Jey, der diesmal nicht „nur“ Fahrdienst gemacht hat, sondern auch Spiele gecallt hat, war natürlich Gold wert, auch wenn er bei einem Spiel 10:48 Minuten am Board stehen musste, weil der Checkdart ein wenig gedauert hat! Höchste Anerkennung dafür. Spaß beiseite, das macht unseren Sport aus, Hilfe, Einsatz auf allen Ebenen, die Niners halt!
Die Niners Ladies, heute wieder zahlreich vertreten, noch als Zuschauer, aber vielleicht bald auch in der A Mannschaft!? Familienangehörige, sogar einige Fans waren heute im (viel zu kleinen) Madhouse vertreten, was natürlich für die Spieler immer ein Ansporn ist, gut zu liefern, und vor allem zu zeigen, wir sind da, wir kämpfen, wir wollen!
Ein besonderes Wort verdienen auch die Gäste aus Rusbend: faire Sportsleute, top Laune, tolle Gespräche nach dem Spiel. Menschen, denen man gerne seine Kaffeemaschine leiht – und das ist bekanntlich das höchste Vertrauensvotum, das man vergeben kann.
Auf Twitch konnte das Spektakel mal wieder live verfolgt werden, danke an alle fleißigen Helfer, Stephan der das alles möglich macht, Luca für seine unermüdliche Unterstützung, Max der sich nicht zu schade ist, das ganze voran zu treiben! Schaut euch die Highlights an, es lohnt sich.

Blick auf die Tabelle
Nach diesem Abend darf man auch mal einen Blick auf das große Bild werfen – und der fällt für die Niners überaus erfreulich aus. 16 Spiele, 16 Siege, 32 Punkte – makellos. Kein Unentschieden, keine Niederlage. Die Niners thronten schon vorher auf Platz 1, und daran ändert sich nichts. Im Gegenteil: Mit einer Setdifferenz von +124 und einer Legdifferenz von +312 hat die A-Mannschaft des SV Nienstädt 09 in dieser Saison bislang alles niedergewalzt, was sich ihr in den Weg gestellt hat.
Der nächste Verfolger, VfR Evesen A auf Platz 2, hat bei zwei Spielen weniger bereits eine Niederlage und ein Unentschieden auf dem Konto – und kommt trotzdem nicht näher. Dahinter folgen die Dart Hornets A auf Rang 3 mit 22 Punkten, die aber schon fünf Niederlagen mitschleppen. Rusbend selbst, der heutige Gegner, findet sich auf Platz 5 wieder – mit negativer Set- und Legdifferenz, aber wie heute gezeigt: mit Charakter und Kampfgeist.
Die Niners spielen gerade eine Saison, über die man noch in ein paar Jahren reden wird. Ungeschlagen, dominant, und trotzdem mit den Füßen auf dem Boden – so kennt man sie. Die Frage ist nicht mehr ob der Titel, sondern wann (und da lehne ich mich zugegeben ein wenig aus dem Fenster).
Weiter so, Niners. 🎯
(Stephan)






